Forschung vor Ort
UAEM-Vortragsabend zu vernachlässigten Krankheiten an der Universität Heidelberg
Am 18. Oktober 2011 lud die UAEM Lokalgruppe Heidelberg zu einem Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema "Forschung zu vernachlässigten Krankheiten" ein. Zwei Professoren des Heidelberger Instituts für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB) waren als Referenten eingeladen.
Zunächst sprach Professor Wink (Abteilung Biologie) über seine aktuelle Forschung zu Pflanzenextrakten gegen die Afrikanische Schlafkrankheit. In diesem Zusammenhang gab er allgemeine Einblicke in die Phytotherapie und den Entwicklungsprozess eines Arzneimittels an Universitäten. Professor Wink erläuterte, dass er einen potentiellen pflanzlichen Wirkstoff gegen die Schlafkrankheit gefunden hat, der von Pharmafirmen aber nicht weiterentwickelt wird. Er hatte darüber bereits publiziert und somit erlosch die Möglichkeit für die Firma, den Wirkstoff patentieren zu lassen. Für ein potentielles Medikament gegen die Schlafkrankheit ist damit der entscheidende Schritt hin zur Marktreife blockiert.
Für UAEM illustriert dieser Fall auf eklatante Weise die Probleme des aktuell vorherrschenden Innovations- und Technologietransfersystems.
Daraufhin stellte Professor Klein (Abteilung Chemie) sein Forschungsprojekt vor. In Verbindung mit der Entwicklung eines Hemmstoffs für Tumore beschäftigt er sich gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe auch mit der Hemmung des Dengue-Virus. Den potentiellen Tumorhemmstoff hatte er im Rahmen seiner Forschung am Dengue-Virus entdeckt.
Im Anschluss an beide Vorträge fand eine anregende Diskussionsrunde statt, in denen die Professoren sich den Fragen des Publikums stellten. Der Abend trug dazu bei, sowohl den Mitgliedern von UAEM Heidelberg ein fundierteres Wissen auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung an ihrer eigenen Universität zu vermitteln, als auch die Initiative bei Forschenden der Universität bekannt zu machen.