Am 16.5.2013 nahm eine kleine UAEM-Delegation aus Deutschland und Großbritannien an einer Veranstaltung im Europäischen Parlament zum Thema „Can EU Citizens Afford der Medicines? The Economic Crisis and Access to Medicines in Europe“ teil. In Beiträgen aus Portugal, Spanien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Lettland wurde mit erschreckender Deutlichkeit klar, dass der Zugang zu essenzieller Gesundheitsversorgung längst auch in Europa zum Problem geworden ist. Im Rahmen von Sparmaßnahmen wurde in Spanien kürzlich ein Gesetz erlassen, dass illegalen Einwanderern die medizinische Grundversorgung verwehrt! Ein kurzsichtiges und hochriskantes Unterfangen, wie steigende Tuberkulose-Raten zeigen. In Griechenland baten öffentliche Krankenhäuser bereits lokale NGOs um Hilfe, als durch die Kürzungen öffentlicher Gelder Engpässe in der Versorgung mit Verbandsmaterial entstanden. In vielen neuen EU-Ländern hingegen war das öffentliche Gesundheitssystem schon vor der Wirtschaftskrise unzulänglich, wichtige Krebsmedikamente müssen hier privat gezahlt werden oder sind gar nicht erhältlich. Nun können auch europäische Politiker die Augen nicht mehr vor der Zugangsproblematik verschließen!
Es fehlte denn auch nicht an wohlmeinenden Absichtserklärungen von Seiten der eingeladenen EU-Politiker. Konkrete Lösungvorschläge kamen allerdings vielmehr von Experten aus Wissenschaft und NGOs. Im Sinne von „differential pricing“ könnten die Preise von Medikamenten am BIP pro Kopf ausgerichtet werden, um die Gesundheitssysteme wirtschaftsschwacher Länder zu entlasten. Laut wurden auch Forderungen nach einer Stärkung der Generika-Produktion und nach mehr Transparenz bezüglich Preisen, Kosten-Nutzen-Verhältnis und Nebenwirkungen von Medikamenten.










